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Rundbrief Nr. 2                                         September 2018

Herausgegeben in Schwarzschrift, Blindenschrift, als E-Mail und CD

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Zum Inhalt:
Vergnügt, erlöst, befreit
Aus dem Büro
- Termine 2018
- Datenschutz
Neues vom Dachverband (DeBeSS)
- - Die Lutherbibel 2017 in Extra-Großdruck
- - Information zur Fachtagung im Februar 2019
Und zum Abschluss


Vergnügt, erlöst, befreit

Diese drei Worte finden sich in einem Gedicht von Hanns Dieter Hüsch (1925-2005):

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit,
Gott nahm in seine Hände meine Zeit.
Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.
Was macht`s, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.
Was macht`s, dass ich so furchtlos bin,
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.
Was macht´s, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt,
wohl über alle Welt.

Die folgenden Gedanken dazu stehen in einer Schrift von
Anselm Grün:
Der rheinische Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch erinnert mit
# seinem fröhlichen Gedicht an die mittelalterliche Verszeile "Mich
wundert´s, dass ich so fröhlich bin". Hüsch erweitert diese
Frage, indem er ihr zwei andere Fragen zur Seite stellt:"Was
macht´s, dass ich so furchtlos bin?" und "Was macht´s, dass ich so unbeschwert und mich kein Trübsinn hält?" Die
Antworten, die Hüsch gibt, sind die Antworten des Glaubens.
Da ist einmal die Gewissheit, dass Gott meine Lebenszeit mit
allen Höhen und Tiefen in seine Hand nimmt. Alles, was
geschieht, alle meine Stimmungen, meine Triumphe
und Niederlagen sind in Gottes guter Hand.
Daher bin ich in jeder Situation in Gottes Hand, in die ich mich ergeben kann, von der
ich auch getragen bin, ganz gleich, was geschieht. Die zweite Antwort: Gottes Geist strömt in mich ein. Es ist der Heilige Geist,
der mir alle Angst nimmt, weil er mich mit Gottes Kraft ausstattet.
Und die dritte Antwort verweist auf den Gott, der mich das
Lachen lehrt "wohl über alle Welt". Gott lehrt mich das Lachen
, weil er der Welt ihre Macht nimmt. Die Welt ist für den, der
glaubt, nicht bedrohlich. Er ist befreit von den Maßstäben dieser
Welt, nicht mehr dem Druck ausgesetzt, sich überall beweisen
und rechtfertigen zu müssen. Vor Gott dürfen wir einfach sein.
Da dürfen wir fröhlich tanzen, selbst "bis zur Leich".
Unbeschwert, unangefochten auch von Todesangst, können wir
durch das Leben gehen, weil Gottes Engel uns beflügeln und
uns Anteil schenken an ihrer Leichtigkeit.

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Aus dem Büro

Termine 2018
Für diese Unternehmungen sind noch freie Plätze vorhanden:

< 09. - 11. November 2018 - BegleiterInnenschulung "Mit Blinden und Sehbehinderten unterwegs" in Wernigerode
Hier haben Sehende die Möglichkeit, mit einer professionellen Ausbilderin die Grundlagen der "Begleitung" zu erleben.

06. - 10. Dezember 2018(2. Advent) (2. Advent) - Adventstage
in Gemeinschaft im Haus Höhenblick in Braunfels mit dem Besuch
des Weihnachtsmarktes unterhalb des Schlosses.
wir haben noch 3 freie Plätze

Noch ein Termin: Für Samstag, 09. Juni 2018 um 14.00 Uhr , plant die Bezirksgruppe Darmstadt des BSBH eine Führung im Landesmuseum in Darmstadt. Im Mittelpunkt stehen die Tastobjekte, die zu verschiedenen Kunstwerken angefertigt wurden.

Datenschutz

In regelmäßigen Abständen senden wir Ihnen unseren
Rundbrief, Geburtstagsbrief oder andere Informationen per Post
oder per E-Mail zu. Dazu haben wir Ihre Adresse bzw. Ihre E-Mail-Adresse und ggf. Ihr Geburtsdatum gespeichert.
Mit Wirkung zum 25. Mai 2018 trat die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft.
Wir bitten Sie deshalb, uns mitzuteilen, wenn Sie zukünftig
nichts mehr von uns erhalten wollen und in unserer Datei gelöscht werden möchten.
Sollten wir keine Nachricht von Ihnen erhalten, gehen wir
davon aus, dass Sie auch weiterhin Interesse an der Zusendung
des Rundbriefes, Geburtstagsbriefes und anderer Informationen haben.
Eine Löschung Ihrer personenbezogenen Daten ist weiterhin
jederzeit möglich, auch wenn Sie dem jetzt zustimmen. In dem Fall
melden Sie sich bei uns im Büro und wir löschen Ihre Daten dann umgehend.

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Informationen

CDs: Von einer Spenderin haben wir verschiedene Hörbücher erhalten. Wir geben sie gerne an Sie weiter.

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Nach der Großdruckausgabe der neuen Lutherbibel 2017 in drei
Bänden gibt es jetzt auch eine Extra-Großdruckausgabe, die
vom Dachverband (DeBeSS) angeboten wird. Die Ausgabe
wurde gemeinsam mit der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) in Stuttgart entwickelt.
September 2018 Diese Ausgabe richtet sich besonders an sehbehinderte
Menschen oder Menschen, die viel Wert auf gute klare Lesbarkeit ihres Bibeltextes legen. Aus diesem Grund wird aufbr> alle Anmerkungen verzichtet und nur der reine Text mit den Überschriften angeboten. Der Text ist einspaltig in Schriftgrößebr> 18 Punkt gesetzt mit einer sehr klaren breiten Schrifttype. Diebr> Versnummern sind linksbündig angeordnet. Zur übersichtlichenbr> Orientierung ist oben durchgehend das Buch und das jeweilige Kapitel angegeben. Der Druck erfolgt auf Bestellung in
einzelnen Heften im DIN-A4-Format mit einer Plastik
-Ringbindung. Somit sind die Bücher auch mit dem Lesegerät nutzbar. Die von DeBeSS subventionierte Extra-Großdruck-
Bibel (21 Bände) kostet insgesamt 150 €. Sie können
selbstverständlich auch das Neue Testament (4 Bände) für 30 €, das Alte Testament (15 Bände) für 100 € oder die
Apokryphen (2 Bände) für 20 € erhalten. Auch Einzelbände zum
Stückpreis von je 10 € sind möglich.
Bestellung und weitere Informationen bei DeBeSS unter Tel.: 0561 / 72 98 71 61
oder per E-Mail unter buero@debess.de.


"Hast Du schon die App oder verlässt Du dich noch auf
Menschen? Assistenz zwischen digitalen Hilfsmitteln
und menschlicher Begleitung" - Das ist das Thema der 4. Fach-
tagung des Dachverbandes (DeBeSS), vom 22. - 24. Februar 2019, in Augsburg. Zur Tagung sind alle Menschen eingeladen,
die am Thema interessiert sind, insbesondere ehren-und
hauptamtlich Mitarbeitende in der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge. Ausführliche Informationen erhalten
Sie bei uns im Büro in Darmstadt. Anmeldeschluss 10.12.2019.




In unserer diesjährigen Sommerfreizeit haben wir die alte Bischofsstadt Freising an der Isar erkundet. 10 Tage der Erholung, Besinnung und Bildung. Unsere Unterkunft war das Gäste und Bildungshaus der Pallottiner in Freising. Einen, der im Haus lebenden Pater, hatten wir mit einem Vortrag zu Gast: Dr. Jörg Müller, Priester, Psychologe und Gründer der "Heilenden Gemeinschaft", einer therapeutischen Einrichtung im Pallotti-Haus. Aus einem seiner Bücher stammt der folgende Dialog von Don Camillo mit Jesus:

Mein persönlicher "Mutsatz" steht in 1. Mose 26, Vers 24: "Fürchte Dich nicht, denn ich bin mit Dir und will Dich segnen." Mit dem Vers ist zwar Isaak, der Sohn Abrahams gemeint, aber ich bin mir sicher - auch ich bekomme davon etwas ab!

Camillo: Herr, ich muss etwas beichten. Ich habe Schuld auf
mich geladen. Ich habe in einem Anfall von Zorn dem jungen Cinetti wehgetan. Ich bitte um Vergebung.
Jesus: Hast du vergessen, dass deine Hände gesalbt sind?
Camillo: Nein, Herr, deshalb habe ich ihm einen Fußtritt gegeben.
Jesus: Camillo, du hast dich mal wieder nicht beherrschen können.
Camillo: Herr, dieser Cinetti ist so rechthaberisch und gibt an wie ein geölter Pfau
. Jesus: Und dein Recht, Camillo. Hast du es nicht mit dem Fuß durchsetzen wollen?
Camillo: Gewiss, Herr. So ist es. Versteh mich doch, dieser
Lümmel muss endlich erfahren, dass es so nicht geht.
Jesus: Camillo, Du bittest mich um Vergebung, und dann fängst du an deine Taten zu rechtfertigen.
Camillo: Er hat mich vor allen Leuten gedemütigt und schlechtgemacht.
Jesus: Versetz dich in die Lage der anderen, nicht die anderen
mit Gewalt in die deine.
Camillo: Er macht mich wütend und zieht die Lacher stets
auf seine Seite.
Jesus: Wenn du dein Gesicht verlierst, Camillo, mach weiter.
Verlierst du aber den Kopf, hör auf! Und vergiss nicht, dass das
Zusammenleben mit dir manchmal genügen kann, sich den
Himmel zu verdienen.
Camillo: Herr, ich gebe zu, dass ich hin und wieder ausraste,
wenn man mich nicht respektiert.
Jesus: Gib den Menschen deine Liebe, Camillo. Warte nicht, bis
die anderen damit anfangen
. Camillo: Ich bemühe mich immer wieder darum, Herr. Aber
darf ich dich daran erinnern, dass auch du einmal mit dem
Strick reingefahren bist und die Händler rausgeworfen hast?
Jesus: Du darfst, Camillo. Es ist wichtig, die Ehre Gottes zu
verteidigen, nicht die eigene.
Camillo: Zugegeben, das verwechsle ich bisweilen.
Jesus: Schön, dass du das einsiehst, Camillo. Und wenn du mir
einen Gefallen tun willst, dann übe dich in der Tugend der Selbstbeherrschung.
Camillo: Herr, ist die Sünde, die mich weckt, nicht besser als
die Tugend, an der ich einschlafe?
Jesus: Gewiss, Camillo. Doch befürchte ich kaum, dass du
einschlafen wirst.
Camillo: Dasselbe befürchte ich auch, Herr. (Er wendet sich
zur Seite, um wegzugehen, zögert etwas und wendet sich
erneut dem Kreuz zu.) Was sage ich jetzt dem Cinetti?
Jesus: Entschuldige dich einfach! Öfter, als du denkst, tun dir
Menschen das an, wozu du sie herausgefordert hast.
Camillo: Ich werde mich mehr in der Demut üben, Herr.
Jesus: Bravo, Camillo. Du hast dein wirkliches Problem gut
erkannt.
Camillo: Hilfst du mir dabei?
Jesus: Sicher, Camillo. Wenn du klein werden willst, verachte
nicht die Größe der anderen!
Camillo: Danke für den Tipp, Herr.
Jesus: Nichts für ungut, Don Camillo.


Ich habe noch die Worte von Pater Jörg Müller im Ohr: "Wir
brauchen eine weltoffene Spiritualität und einen befreienden
Zugang zum christlichen Glauben und zu Gott!" In Freising
haben wir eine Ahnung davon bekommen, wie das gehen kann!


Ich grüße Sie im Namen aller, die an diesem Rundbrief
mitgewirkt haben
.


Ihr Gerhard Christ