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Rundbrief Nr. 1                                         Mai 2018

Herausgegeben in Schwarzschrift, Blindenschrift, als E-Mail und CD

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Zum Inhalt:
Nachruf für Siegfried Preis
Aus dem Büro
- Termine 2018
- Informationen
Studienfahrt Zypern
Gebet einer Reisenden
Und zum Abschluss


Nachruf für Siegfried Preis

An dieser Stelle haben Sie seit Jahren immer wieder die Beiträge von Siegfried Preis, Pfarrer im Ruhestand, gehört oder gelesen. Diese werden wir in Zukunft vermissen. Viele von Ihnen haben es ja auch schon gehört: Siegfried Preis ist im Januar 2018 zu Hause in Herborn verstorben.
Bei der Trauerfeier habe ich im Namen der Sehbehinderten- und Blindenseelsorge einen Nachruf gesprochen und aus diesem möchte ich Ihnen einiges wiedergeben:

"Eigentlich wollte ich ja Bahnwärter werden - das hätte mir gefallen oder Lokführer - aber mit 2% Sehkraft hatte ich da schlechte Karten."
Diese Worte von Siegfried Preis standen in einem Beitrag für die Zeitschrift Horus des DVBS im Jahr 2017.
und so ist er dann, nachdem er in Marburg an der Blista sein Abitur gemacht hatte, bei der Theologie gelandet! - und als Pfarrer in der Evangelischen Kirche. (Scheinbar hatte er da die besseren Karten!).
Schon als junger Pfarrer hatte er mehr als seine eigene Gemeinde im Blick - er hatte einen "Weitblick" und das trotz seiner nur 2%igen Sehkraft! Gemeinsam mit anderen blinden und sehbehinderten Pfarrern versuchte er, deutschlandweit Strukturen für eine kirchliche Arbeit mit Sehbehinderten- und Blinden aufzubauen.
"Blinde wollen nicht Objekt von Betreuung und Fürsorge sein, sondern selbst aktiv werden in ihrer Kirche - in ihren Gemeinden und Dekanaten. " So hat er es in einem Interview vor einigen Jahren klar beschrieben! Und das wurde zu einem Grundsatz für die Arbeit der Sehbehinderten- und Blindenseelsorge in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ... und darüber hinaus!

1962 wurde die Dienststelle in Darmstadt eingerichtet und Siegfried Preis war von Anfang an beteiligt und das neben seiner Gemeindepfarrstelle.

Viele, haben ihn persönlich erlebt:

-     bei der Konferenz der Ehrenamtlichen,
-     bei Freizeiten und Seminaren,
-     bei den Treffen der Regionalgruppen,
-     als Mitgestalter unseres Rundbriefes, der 3 x pro Jahr erscheint,
-     als Autor der Geburtstagsbriefe
-     und in vielen weiteren persönlichen Kontakten, die er auch gerne gepflegt hat.

Das Leben vieler Menschen hat er durch sein Dasein und sein Reden bereichert.
Sein Wirkungsfeld ging über den kirchlichen Bereich hinaus, auch im Blinden- und Sehbehindertenverband war er aktiv.
Er verband Kirche und Gesellschaft - ein "Netzwerker" sozusagen, obwohl er diesen Begriff wohl so nicht verwendet hätte!

Ich selbst habe seit dem Jahr 2005 mit ihm zusammen-gearbeitet und es war ein gutes, miteinander arbeiten - nachdenken - planen, oft auch im Team mit anderen.

"Man muss seine Wünsche auch benennen, damit sie erfüllt werden können" (oder auch nicht) - das war eine seiner Aussagen, die mir noch gut in Erinnerung geblieben ist!

Sein Text für den September-Rundbrief 2017 hatte die Überschrift: Wie schnell doch die Zeit vergeht! Die Idee kam ihm anlässlic h des 55. Geburtstages der Sehbehinderten- und Blindenseelsorge. Am Ende des Textes wurde es aber deutlich, dass er damals auch sein eigenes Leben im Blick hatte:
"Die Zeit vergeht, daran wird sich nichts ändern, ob wir es beklagen oder begrüßen - und wir sind unterwegs im Strom der Zeit getragen und umgeben von Gottes Ewigkeit!"

Wir werden ihn vermissen, sind aber auch dankbar für die vielen schönen Momente und die Impulse, die uns durch ihn geschenkt wurden!

In der Traueranzeige stand aus seinem noch von ihm ausgewählten Lieblingspsalm 73, der Vers 24:
"Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an." Darunter - das Bild einer Bahnstrecke mit einem geöffneten Signal: Das Signal für seine letzte Reise steht nun auf "Freie Fahrt".

Gerhard Christ

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Aus dem Büro

Termine 2018
Für diese Unternehmungen sind noch freie Plätze vorhanden:

14. - 18. Mai 2018 - Ökumenische Bibelwoche im Bildungs- und Exerzitienhaus Kloster Salmünster in Bad Soden-Salmünster. Diesmal mit einem veränderten Team - es sind noch 3 Plätze frei.

21. Juni 2018 - Tagesausflug "Ein Tag in Frankfurt" mit Besuch des Bibelmuseums, einem gemeinsamen Mittagessen und der Möglichkeit einer Schifffahrt auf dem Main.

07. - 16. August 2018 - Sommerfreizeit in Freising im Pallotti Haus Freising

24. - 27. September 2018 - "Körper - Seele - Geist" - Wohlfühltage in Güttersbach/Odenwald im Hotel Zentlinde

09. - 11. November 2018 - BegleiterInnenschulung "Mit Blinden und Sehbehinderten unterwegs" in Wernigerode
Hier haben Sehende die Möglichkeit, mit einer professionellen Ausbilderin die Grundlagen der "Begleitung" zu erleben.

06. - 10. Dezember 2018 (2. Advent) - Adventstage in Gemeinschaft im Haus Höhenblick in Braunfels mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes unterhalb des Schlosses.

Noch ein Termin: Für Samstag, 09. Juni 2018 um 14.00 Uhr, plant die Bezirksgruppe Darmstadt des BSBH eine Führung im Landesmuseum in Darmstadt. Im Mittelpunkt stehen die Tastobjekte, die zu verschiedenen Kunstwerken angefertigt wurden.

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Informationen

CDs: Von einer Spenderin haben wir verschiedene Hörbücher erhalten. Wir geben sie gerne an Sie weiter.

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Studienfahrt Zypern

Wir sind ja gerade von unserer Studienreise nach Zypern zurückgekommen - eine Gruppe von 18 sehbehinderten, blinden und sehenden Menschen, die vieles gemeinsam gehört, gefühlt, gerochen, geschmeckt und ertastet haben. Themen waren: die wechselhafte Geschichte der Insel, die Auswirkung der verschiedenen Religionen, die Landschaften, Flora und Fauna und das aktuelle Leben der Zyprioten.
Wir haben vieles erfahren und haben viel gelacht!

Einen Beitrag unserer zypriotischen Reiseleiterin Elena möchte ich hier vorstellen: Das nicht ganz ernst gemeinte:

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Himmlischer Vater, schau herab auf Deine bescheidenen und gehorsamen Diener und Dienerinnen, denen es auferlegt ist, die Erde zu bereisen, bunte Postkarten zu schreiben, Aufnahmen zu machen, Andenken zu kaufen und in bügelleichter Kleidung herumzuspazieren, zu wandern und zu schauen.

Wir bitten Dich, darauf zu achten, dass unser Reisebus immer auf der Straße bleibt, unser Busfahrer stets guter Laune ist und wir ihm nicht auf den Wecker gehen, damit er uns sicher ans Ziel unserer Wünsche und Erwartungen bringt.
Beschütze uns vor geldgierigen Wirtsleuten, die zu dünnen Kaffee geben, und vor Fremdenführern, die zu viel wissen und zu lange reden.

Gib, dass die Zimmer beziehbar sind und dass warmes Wasser aus den Hähnen rinnt, wenn es eben möglich ist.
Wir bitten Dich darum, dass die Telefone funktionieren, dass die lieben Daheimgebliebenen nur Gutes und Erfreuliches von Zuhause erzählen.

Gib uns die Kraft, all die Kathedralen, Kirchen, Museen, die Brunnen und Marktplätze mit ihren Denkmälern, zu denen wir geführt werden, gerne und aufmerksam zu betrachten und dabei nicht müde zu werden. Wenn wir vielleicht doch einmal ein Denkmal aus historischer Zeit auslassen, um den gewohnten Mittagsschlaf zu halten oder eine Pause zu machen, dann habe Mitleid mit uns, oh Herr, denn unser Fleisch ist schwach.

Nun bitte ich Dich im Namen unserer Männer: Lieber Gott, halte unsere Frauen vom Einkaufsbummel fern und schütze sie vor Gelegenheitskäufen, die wir gar nicht brauchen und die wir uns nicht leisten können. Führe sie nicht in Versuchung, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Und wir Frauen bitten: Allmächtiger Gott, bewahre unsere Ehemänner davor, dass sie fremden Frauen nachschauen und diese mit uns vergleichen. Erspare ihnen, dass sie in Nachtlokalen fremde Frauen finden, die sich ihrer annehmen. Vor allem aber, vergib ihnen ihre Sünden nicht , denn sie wissen genau, was sie tun.
Vater im Himmel, wenn unsere Reise vorüber ist, und wir zu unseren Lieben nach Hause zurückkehren, gewähre uns die Gunst, jemanden zu finden, der unsere Fotos anschaut und sich unsere Erlebnisse in Geduld anhört, damit unser Leben als Reisende nicht vergeblich gewesen ist.

Dies sind unsere Bitten, die wir Reiselustigen zu Dir, der Du auch auf dieser Erde Pilger warst, zum Himmel schicken.


Zweimal pro Jahr bekommen die Mitglieder der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Post von ihrem Kirchenpräsidenten, die sogenannte Impulspost. In diesen Tagen liegt sie im Briefkasten - das Thema: "Fürchtet Euch nicht".
Sehbehinderte Menschen können diesen bunten Faltbrief leicht mit einem Werbeprospekt verwechseln und der landet dann schnell im Papierkorb. Auch die Aufmachung des Briefes ist nicht gerade "barrierefrei" und eher schwer zu überschauen. Es lohnt sich aber ihn zu behalten! Vielleicht findet sich ja jemand aus der Nachbarschaft oder aus der Kirchengemeinde mit dem Sie den Inhalt gemeinsam besprechen können . Viele Kirchengemeinden beteiligen sich an dieser Aktion, indem sie Banner und Flaggen mit dem Motto: "Fürchtet Euch nicht" hissen und Gesprächsgruppen zum Thema anbieten. Wer die Möglichkeit hat, sich im Internet zu informieren,
findet unter der Webseite: www.Mut-und-Angst.de viele Informationen zum Thema.
Falls Sie die Impulspost nicht bekommen haben oder im Gebiet einer anderen Landeskirche wohnen und jetzt neugierig geworden sind, rufen Sie uns im Büro in Darmstadt an!

Mein persönlicher "Mutsatz" steht in 1. Mose 26, Vers 24: "Fürchte Dich nicht, denn ich bin mit Dir und will Dich segnen." Mit dem Vers ist zwar Isaak, der Sohn Abrahams gemeint, aber ich bin mir sicher - auch ich bekomme davon etwas ab!

Ich grüße Sie im Namen aller, die an diesem Rundbrief mitgewirkt haben.


Ihr Gerhard Christ