Rundbrief - Zentrum Seelsorge und Beratung

Zentrum Seelsorge und Beratung

Unser Angebot

Das Zentrum Seelsorge und Beratung ist ein Fachzentrum, das kirchliche Mitarbeitende und Träger im Bereich der EKHN berät, unterstützt und fachlich qualifiziert. Diese Mitarbeitenden und Träger verantworten bzw. führen in Kirchengemeinden und Dekanaten, Kirchenleitung und Kirchenverwaltung sowie im Diakonischen Werk Seelsorge und Beratung durch.

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Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

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Rundbrief 1-2021


Gedanken von Pfarrer Frank Briesemeister

Das rechte Maß von Nähe und Distanz ist ein Thema, das uns stetig beschäftigt. Seit Corona allemal: Wie begrüße ich mein Gegenüber, wieviel Nähe lasse ich zu, welche Distanz ist notwendig? Nähe und Distanz gehören zu den menschlichen Grundbedürfnissen. In meinem Leben komme ich nicht an ihnen vorbei. Nähe brauche ich, um in Beziehungen leben zu können, um Angenommen sein, Liebe und Wärme zu empfangen. Manchmal brauche ich Distanz, um mir meinen Freiraum zu bewahren. Zurzeit wird mir die Haltung der Distanz allerdings auferlegt. Die Ansteckungsgefahr und die Verbreitung der Pandemie sollen verhindert werden. Die Gründe sind durchaus nachvollziehbar, und doch bleibt der Verzicht auf Berührungen und nahen Kontakt nicht ohne seelische Folgen.

Nähe und Distanz erlebe ich im Bereich meines Glaubens. Manchmal ist mir Gott ganz nahe, wenn ich mich ihm anvertraue, glücklich bin, mich von Gott getragen fühle. Gottes Gegenwart kann ich im zwischenmenschlichen Kontakt spüren, wenn ich mich gesehen weiß. Ich erlebe sie im Gottesdienst, in einem vertrauten Wort oder einer gesungenen Liedstrophe. Allerdings kenne ich auch die andere Seite. Dann wenn es mir schlecht geht, ich mein Leben nur schwer ertrage. In solchen Momenten bin ich überzeugt, Gott hat nichts für mich übrig. Ihm ist es egal wie es mir geht. Gott lässt mich im Stich.

Eine Erfahrung, die Gott durchaus mit uns in Jesus von Nazareth teilt. Vom Kind in der Krippe sagen wir: Gott ist zu uns gekommen. Der neugeborene Jesus hat die Nähe seiner Eltern, die der Hirten und der heiligen drei Könige gespürt. Am Ende seines Lebens ist davon nichts mehr zu erleben. Er fühlt sich alleingelassen, verraten und verkauft. Unter Schmerzen bricht es in seiner Kreuzigung aus ihm heraus: „Warum? Warum hast du mich verlassen?“

Ich kenne Situationen, in denen ich das Empfinden habe, von allen und allem verlassen und alleingelassen zu sein. Ein Zustand, der sich bitter anfühlt und kaum auszuhalten ist. Wie gut, wenn dann jemand neben mir steht und den Arm körperlich spürbar oder im übertragenen Sinn um mich legt. Wie gut, wenn ich neues Vertrauen wage, dass mein Leben trotz allem Sinn behält.

Unser Glauben sagt: Gottes Geschichte mit mir ist nie zu Ende. Das, was auf die Kreuzigung folgt, die „Auferstehung Jesu“, verbürgt Gottes bleibende Nähe durch alle schrecklichen Erlebnisse hindurch. Ich werde nicht im Stich gelassen – selbst dann nicht, wenn ich vieles nicht verstehe. Gott will mich stärken. Mit Dietrich Bonhoeffer: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“


Informationen aus dem Büro

1521 Martin Luther vor dem Wormser Reichstag

„Hier stehe ich und kann nicht anders“; es ist 500 Jahre her, dass Luther diesen Satz gesagt hat. Er weigerte sich, unter Lebensgefahr seine Thesen zu widerrufen.

Unter dem Motto: „Wagemut“ wird am 17. und 18. April in Worms an diesen Moment erinnert. Der ZDF-Fernsehgottesdienst wird sonntags aus Worms übertragen.

Haltung / Zivilcourage / Gewissensfreiheit / Glaubensmoment / Gottvertrauen – das sind Beschreibungen von Luthers Eigenschaften, die für uns heute immer noch sehr bedeutsam sind.

 

Der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt

„Mit dem Leitwort „schaut hin“ richten wir den Focus auf die Botschaft, die uns verbindet und eint, und darauf, was diese Botschaft für unsere Welt bedeutet“, so die Aussage von Kirchenpräsident Volker Jung.

Der Kirchentag findet Corona bedingt nur digital statt. Vom 13. bis 16. Mai sind online Gottesdienste und Kulturveranstaltungen geplant.

Wer die technischen Möglichkeiten hat, kann unter www.oekt.de mehr über das Programm erfahren. Auch ein Telefonservice unter der Nummer 0 69 / 24 74 24 100 wird eingerichtet.

Der Schlussgottesdienst am Sonntag wird ab 10 Uhr live im ZDF übertragen.

 

SightCity

Die große Hilfsmittel-Messe für seheingeschränkte Menschen, die wir jedes Jahr mit einer Gruppe besuchten, findet aufgrund der anhaltenden Corona-Maßnahmen nur als Online-Veranstaltung statt.

An den Messetagen, vom 19. bis 21. Mai, stellen die verschiedenen Aussteller auf der SightCity-Homepage www.sightcity.net eine interaktive Präsentation ihrer Produkte, Dienstleistungen und Innovationen zur Verfügung. Auch das SightCity-Forum findet mit verschiedenen Vorträgen interaktiv statt. Das Online-Angebot wird mit allen Inhalten bis 26.05.2021 verfügbar sein.

 

Unsere Fahrten und Freizeiten

Für unsere Unternehmungen gilt immer noch die Feststellung aus dem letzten Rundbrief 2020: Wir haben zwar konkrete Reiseplanungen für dieses Jahr, ob wir sie aber so durchführen können, das ist auch weiterhin noch unklar!

Einiges hat sich aber schon verändert:

Das Ökumenische Bibelseminar im Kloster Salmünster ist in den Sommer verschoben worden und die Studienreise nach Irland wird voraussichtlich erst im Jahr 2022 stattfinden.

Hier kommen die Termine:

31. Mai – 09. Juni 2021  ⇒ ⇒ ⇒ storniert!

Sommerfreizeit in Bernried am Starnberger See im Bildungshaus St. Martin, Kloster der Missions-Benediktinerinnen (direkt am See)

Preis: DZ: 720 €/Person, EZ: 840 € für 9 Übernachtungen mit Vollpension, Fahrt mit dem Bus sowie allen gemeinsamen Ausflügen (Bei Bedarf zusätzliche Kosten für Begleitung.)

 

05. – 09. Juli 2021    -   neuer Termin!

Ökumenische Bibelwoche im Bildungs- und Exerzitienhaus Kloster Salmünster in Bad Soden-Salmünster

Die Sehbehinderten- und Blindenseelsorge der EKHN, das Katholische Blindenwerk und die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der EKKW laden Sie herzlich dazu ein.

Preis: 230 €/Person mit Vollpension (bei eigener Anreise)

 

Sommer 2021 (Der Termin ist noch offen.)

Tagesausflug in die Abtei St. Hildegard, Benediktinerinnenkloster in Eibingen bei Rüdesheim

Gemeinsamer Ausflug mit dem Katholischen Blindenwerk und der Ev. Blindenarbeit Frankfurt

 

01. - 04.11.2021

„Körper – Seele - Geist“ - Wohlfühltage in Güttersbach/Odenwald, im Hotel „Zentlinde“

„Das gönne ich mir!“ Entspannung und Bewegung, Besinnen und Genießen – und das in einer schönen Umgebung, in einem familiär geführten Hotel mit Schwimmbad, Solebad, Sauna und einer vorzüglichen Küche. (Im Hotel gibt es auch die Möglichkeit, weitere Behandlungen wie Massage, Bäder, Kosmetik zu buchen.)

Preis: DZ: 360 € pro Person, EZ: 380 €, mit Vollpension, Sport, Gymnastik (auch im Wasser), Gedächtnistraining, mit Trainerin

 

19. - 21. November 2021

BegleiterInnenschulung „Mit Blinden und Sehbehinderten unterwegs“ in Wernigerode

Ein Fortbildungsangebot für Ehrenamtliche der EKHN in Zusammenarbeit mit dem Dachverband DeBeSS/Kassel und der Helmut-Kreutz Stiftung in Wernigerode.

 

02. - 06. Dezember 2021 (2. Advent)

Adventstage in Gemeinschaft im Haus Höhenblick in Braunfels

Ein verlängertes Adventswochenende mit dem Besuch des stimmungsvollen Weihnachtsmarktes in der Altstadt. Besinnung und Zeit zum Austausch untereinander, aber auch Zeit an der frischen Luft. Das familiäre Miteinander im Haus Höhenblick erwartet uns.

Preis: DZ: 230 €/Person, EZ: 250 € mit Vollpension (eigene Anreise, Abholung am Bahnhof in Wetzlar (Bei Bedarf zusätzliche Kosten für Begleitung)


Und zum Abschluss

Zu Hause höre ich oft nebenbei auf das Radio in unserer Küche. Während ich mit anderen Sachen beschäftigt bin, dudelt es vor sich hin, erreicht aber nicht meine volle Aufmerksamkeit! Kommt ein schönes Lied oder ein interessanter Beitrag, dann höre ich genauer hin. Kommen die „Gedanken“ der Evangelischen oder der Katholischen Kirche – dann höre ich genau hin! Wenn mir dann die Stimme zusagt und mich der Inhalt „packt“, bleibe ich dabei!

So ging es mir mit den Gedanken von Peter Kottlorz von der Katholischen Kirche. Sein Thema war der vieles umfassende Segen:

„Segen. Ich mag das Wort und ich mag es auch, wenn jemand mich segnet. Segen klingt so schön, ähnlich wie Regen. Der Segen, der sanft auf die Erde niedergeht, wie ein unsichtbarer Regen aus Liebe, Güte und Wohlwollen. Wenn Christen segnen, machen sie oft mit der Hand ein Kreuzzeichen. Von oben nach unten und dann von links nach rechts. Eine Geste, die Himmel und Erde zusammenbringt, eine Geste von umfassendem Wohlwollen und von behütender Güte:

Gesegnet also seist Du, der Du gerade diese Worte hörst.

Gesegnet sei Dein Leib mit aller Lust und Last, die er in sich trägt.

Gesegnet sei Deine Seele, die Dich frei und fröhlich machen möge. Und wieder hell werden, wenn sie gerade im Dunkeln ist.

Gesegnet seien die Menschen, die Du liebst und die Dir das Leben lebenswert machen.

Gesegnet seien Dein Verstand, Dein Mund und Deine Hände, mit denen Du Deine Arbeit machst. Im Beruf und zu Hause.

Gesegnet sei der Mensch in Deinem Bauch, der bald das Licht der Welt erblickt. Möge er ein Leben in Gesundheit, Frieden und Glück führen.

Und gesegnet seist Du, wenn Du bald sterben musst. Möge Dein Übergang sanft sein. In die Welt, die ganz und gar Segen ist.“

 

Ich grüße Sie im Namen aller, die an diesem Rundbrief mitgewirkt haben. Und wir wünschen allen viel Kraft und Gottes Segen in einer bewegenden Zeit, die uns immer noch alle herausfordert. Bleiben Sie behütet!

Ihr Gerhard Christ

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Er erscheint 3 mal im Jahr und kann in Schwarzschrift, Blindenschrift, als E-Mail oder auf CD-Rom bezogen werden.

Kontakt

Zentrum Seelsorge und Beratung (ZSB)
der Evangelischen Kirche in Hessen
und Nassau

Kaiserstraße 2
61169 Friedberg
Tel. 06031 162950
Fax 06031 162951
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