Rundbrief - Zentrum Seelsorge und Beratung

Zentrum Seelsorge und Beratung

Unser Angebot

Das Zentrum Seelsorge und Beratung ist ein Fachzentrum, das kirchliche Mitarbeitende und Träger im Bereich der EKHN berät, unterstützt und fachlich qualifiziert. Diese Mitarbeitenden und Träger verantworten bzw. führen in Kirchengemeinden und Dekanaten, Kirchenleitung und Kirchenverwaltung sowie im Diakonischen Werk Seelsorge und Beratung durch.

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Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

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Rundbrief 3·2019


Gedanken von Marianne Kircher - Wiesbaden

Pünktlich zum Beginn der Adventszeit bevölkert eine große Engelschar die Räume unserer Wohnung. Material, Form, Größe und Aussehen der Figuren sind ganz unterschiedlich. Jeder der geflügelten Himmelsboten hat seine besondere Herkunft und Geschichte, an die ich mich beim Aufstellen gerne erinnere, ist sie doch mit Menschen verbunden, welche ich in meinem Leben sehr geschätzt habe.

Der kleine Engel im Bastkleid ist inzwischen 35 Jahre alt. Geschenkt bekam ich ihn von einer liebevollen Erzieherin aus meiner Internatszeit. Manuela schickte mir einen selbstgebastelten Engel. Sogar sein Gewand hat sie gehäkelt und mit Perlen besetzt. Wie viele Stunden hat sie wohl mit dieser Arbeit verbracht, um mir damit eine Freude zu machen? Fred ist Imker. Seine Engelchen mit ihren kleinen Musikinstrumenten, aus Bienenwachs gegossen, schmücken jedes Jahr unseren Weihnachtsstrauß. Für andere sind dies einfache Dekorationsartikel, doch mir bedeuten sie mehr.

Auf meinen Wegen sind mir schon viele Menschen begegnet, von denen ich im Nachhinein sagen kann, sie waren für mich die Engel ohne Flügel. Es gab unter ihnen Schutzengel, andere waren Engel der Hilfsbereitschaft, wohltuend auch die zahlreichen Engel voller Herzlichkeit, Verständnis und Güte. Sie hinterließen in mir Gefühle der Freude und Dankbarkeit.

Engel sind sehr gefragt. Vielleicht, weil sie ein Bild der Hoffnung sind. Gute Boten Gottes, die Menschen schützen, und sie in ihren Nöten begleiten, ihnen Licht sein wollen.

Es gibt viele Beispiele, auf welche Weise uns diese unsichtbaren Mitarbeiter Gottes zur Seite stehen. Bewahrung in brenzligen Situationen erkennen wir oftmals erst rückblickend. Wenn die Unruhe, die sich vor einer zu bewältigenden Aufgabe eingestellt hat, plötzlich in Gelassenheit umschlägt, wenn uns ein guter Text tröstet und ermutigt, ein Lied die schlechte Laune ins Gegenteil verwandelt, womöglich waren da Engel am Werk.

Wie kann man Gottesboten unterstützen: Jemandem zum Freund werden, ist so eine Engelsaufgabe. Oder, in dem wir die Sorgen unserer Mitmenschen teilen, mittragen, und diese im Gebet vor Gott bringen.

Auch, dass wir unsere Hoffnung, die wir als Christen haben, an andere weitergeben, damit auch sie zuversichtlicher werden können. Es müssen nicht Engel mit Flügel sein, vielleicht bist ja Du einer für Deinen Nächsten.

Etwas haben alle Engel gemeinsam, und verbindet sie mit den Menschen. Es ist die Liebe. Mit ihr kann man Freude bereiten, aus Liebe entsteht Fürsorge, die Liebe macht Gottes Liebe und Nähe spürbar. Und dies nicht nur im Advent und an Weihnachten.


Ein Gedicht von Barbara Cratzius

Seht den Engel auf dem Felde, wie er steht im hellen Licht,

und von Friede, Freude kündet, und von Gottes Liebe spricht.

 

Hirten nachts auf dunklem Felde, hat die Botschaft einst berührt,

haben wir in diesen Tagen Gottes Worte neu gespürt?

 

Treffen wir noch heute Engel, in dem Dunkel unserer Nacht

Schrecken wir vorm Glanz des Himmels, den der helle Stern entfacht?

 

Engel brauchen keine Flügel, keinen Glanz und keinen Stern,

doch sie brauchen offne Herzen, und die Botschaft ihres Herrn.

 

Boten brauchen keine Harfen, keinen heilgen Ort,

Boten brauchen offne Hände, auf den Lippen Gottes Wort.

 

Herr, hilf uns die Herzen öffnen, dass wir deinen Ruf verstehn,

dass wir selbst zu Boten werden, und zu unseren Nächsten gehen.

 

Über die Autorin:

Barbara Cratzius lebte von 1928 bis 2006, in Pommern geboren, studierte sie Pädagogik und arbeitete als Grund- und Hauptschullehrerin in Kiel und Madrid. Sie schrieb viele Kinderbücher.


Aus dem Büro

Dankeschön

Wir möchten uns auch in diesem Jahr wieder bei allen Spendern, die unsere Arbeit unterstützt haben, herzlich bedanken!

Auch danken wir der Hermann-Schlegel-Stiftung, die unser Körper-Seele-Geist-Seminar in Güttersbach gefördert hat und für die Zuwendungen aus der Helmut Kreuz-EBS-Stiftung für unsere Sommerfreizeit auf Borkum.

Diesem Rundbrief ist wieder ein Überweisungsträger beigefügt, auf dem die Bankverbindung bereits eingetragen ist. (Nicht in der Braille-Ausgabe, da diese direkt von der Druckerei versandt wird. Bei Bedarf im Büro anfordern.)

Ihre Spende wird ausschließlich für die Sehbehinderten- und Blindenseelsorge verwendet.

 

Miteinander durch das Jahr 2020

Im Anhang dieses Rundbriefes finden Sie in gewohnter Weise unser Jahresprogramm und die Auflistung der einzelnen Regionalgruppen.

Möchten Sie gerne an einer Reise teilnehmen, können Sie sich gerne bei uns noch informieren. Wenn Sie sich dann telefonisch anmelden, nehmen wir das als verbindliche Zusage.

 

Homepage

Wir haben eine neugestaltete Internetseite- www.blindenseelsorge-ekhn.de .

Wem es möglich ist, kann sie gerne mal anklicken.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung!

 

Handreichung - Inklusion für die Gemeindearbeit

Auch in der Evangelischen Kirche (EKHN) spielt das Thema Inklusion eine Rolle: Unter der Federführung des Zentrums Seelsorge und Beratung hat eine Gruppe hauptamtlicher Experten und Expertinnen eine Handreichung für die Gemeindearbeit erarbeitet. Mit dabei: Die Erfahrungen vieler Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Ziel: Anregungen für eine barrierearme Gestaltung des Gemeindelebens. Teilhabe und Teilgabe, das sind zwei wichtige Begriffe des „inklusiven Denkens“ – ich kann teilnehmen und mitplanen!

Das zu erreichen, ist eines der Ziele der Handreichung.

Das Heft (50 Seiten) ist in Schwarzschrift erschienen, eine digitale Ausgabe ist in der Planung. Sie können es bei uns im Büro bekommen.

 

Die Evangelische  Sonntagszeitung digital als E-Paper oder als App

Das könnte für sehbehinderte und blinde Menschen eine gute Möglichkeit sein – die Evangelische Sonntagszeitung kann jetzt für den Computer zu Hause oder für unterwegs abonniert werden. Die Artikel können dann lesefreundlich vergrößert werden oder man kann sie sich mit einer App auch auf dem Smartphone vorlesen lassen.

Falls Sie das interessiert – rufen Sie uns im Büro an, wir vermitteln Sie dann weiter!

 

Neues von DeBeSS

Auch der Dachverband in Kassel hat eine neue Homepage.

Mit vielen Informationen zum Thema Sehbehinderung und Blindheit, mit barrierefreien Informationen zu kirchlichen Medien, Hilfsmitteln, beruflicher Teilhabe und vielen anderen Themen: www.debess.de


Und zum Abschluss

Alle Jahre wieder hängt er in unserem Büro in Darmstadt an der Wand: Der Andere Advent, der Kalender aus dem Andere Zeiten Verlag in Hamburg.

Viele Texte und Gedichte begleiten mich dann durch den Advent - manche sprechen mich an, manche weniger und manche "rufen" richtig laut, sie gehen mir "unter die Haut"!

Diesmal gelingt das dem Musiker Herbert Grönemeyer mit einer kleinen Erzählung:

Freunde

Mein Vater hat uns Kindern immer erklärt, das Wichtigste im Leben seien die Freunde. Erfolg, Geld, Anerkennung verlieren irgendwann ihren Stellenwert, und Familien haben ihre eigene Qualität und Funktion, aber helfen dir oft in komplexen Momenten nicht so sehr wie enge Freunde, sie geben dir einen anderen Halt, nicht die gleiche Ruhe, sie leihen dir nicht das gleiche Ohr.

Als ich Ende der Neunzigerjahre durch eine tief verstörende Zeit ging, hat sich dieser Glaube bewahrheitet. Es waren stabil und fest meine Freundinnen und Freunde, die mich durch diese verzweifelte Phase schoben, sowohl hier in Deutschland als auch in England.

Sie haben mir endlos zugehört, mit mir telefoniert, waren stets zur Stelle, ließen mich im richtigen Moment in Ruhe, kümmerten sich rührend um meine Kinder. Dazu saßen sie oft ruhig bei mir, haben meine Überforderung gemildert, mich aufgeheitert, mich vor mir beschützt, mir keine sinnlosen Tipps gegeben. Vielmehr waren es ihre unmittelbare, unbedingte Zuneigung, Wärme und Stärke, ihre unaufhörliche Zuwendung und ihr Bereitstehen, die mir den Rücken gestreckt, die Seite wieder gestützt und den Himmel wieder geöffnet haben. Sie konnten mich schwach sehen, und ich musste mich nicht verstellen. Ihr schieres Da-Sein war meine Rettung, selbst ihre manchmal offensichtliche Unsicherheit und allzu menschliche Befangenheit und Betroffenheit, vielleicht sogar gerade die, waren diese wundervolle irdische Hilfe.

Ich bin meinem Vater für seinen Ratschlag und seinen stoischen Glauben und all meinen großartigen Freundinnen und Freunden für immer sehr, sehr dankbar. Dies ist der Beweis, dass wir Menschen, schon allein durch unsere Anwesenheit, so viel mehr bewirken, als wir uns in unseren Zweifeln selbst zutrauen.

                  Herbert Grönemeyer in: der Andere Advent 2019/2020

Und nach dem Lesen musste ich noch einmal an den Text von Frau Kircher am Anfang unseres Rundbriefes denken und damit an die Frage: "Wer ist eigentlich mir schon alles zum Engel geworden?

Darüber nachzudenken hat etwas Zeit gebraucht ... und mir kamen Situationen in den Sinn, die mich dann doch überrascht haben!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und grüße Sie im Namen aller, die an diesem Rundbrief mitgewirkt haben.

Ihr Gerhard Christ

Wenn Sie an regelmäßigen Informationen über unsere Arbeit interessiert sind, können Sie gerne unseren kostenlosen Rundbrief abonnieren.

Er erscheint 3 mal im Jahr und kann in Schwarzschrift, Blindenschrift, als E-Mail oder auf CD-Rom bezogen werden.

Kontakt

Zentrum Seelsorge und Beratung (ZSB)
der Evangelischen Kirche in Hessen
und Nassau

Kaiserstraße 2
61169 Friedberg
Tel. 06031 162950
Fax 06031 162951
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